We Came As Romans - Understanding What We've Grown To Be
von: Nikola Nekic
Mit “Understand What We’ve Grown To Be” veröffentlicht die 6-köpfige Band aus Michigan ihr zweite Album über Nuclear Blast Records. Wir haben es hier mit Metalcore und Screamo zu tun, angereichert mit Keyboards und Klagesang. Ich bin ganz ehrlich: So richtig warm geworden bin ich mit der Platte nicht….dabei machen WCAR eigentlich alles richtig: Sie beherrschen ohne Frage ihre Instrumente, die Songs sind sauber arrangiert und setzen sich schon beim ersten Hören mit der richtigen Mischung aus Härte und Eingängigkeit im Gehörgang fest, zudem ist die Produktion sehr gut gelunen.
Ab und zu erscheinen die Gitarren etwas zu statisch und die Kick-Drum zu „klickerig“, die Streicher klingen manchmal sehr nach Dose und der Klargesang nach Kirchenchor,aber das ist momentan wohl der Industriestandard. Die Band betourt ausserdem auch fleißig den Planeten, wer in letzter Zeit eine Großveranstaltung der metallischen Zunft besucht hat, wird es schwer gehabt haben, We Came As Romans nicht auf dem Flyer gesehen zu haben. Die ohrlochgedehnte Zunft sollte WCAR also eigentlich heiß begehren und die Zeichen auf Sturm stehen!
Der Opener „Mis/Understanding“ gibt auch gleich die Richtung vor: Absolut tight gespielte Gitarren prallen auf heftige Drums, dazu flächige Streicher und eine absolut markerschütternde Stimme. Im Refrain wird der Song dann von schönem Cleangesang getragen. So geht das Programm dann auch weiter, wobei man der Band wirklich zu gute halten muss, dass sie versucht, kompositorisch wie musikalisch aus dem Einheitsbrei auszubrechen: Man kann einen gewissen Wiedererkennungsfaktor nicht absprechen. Entgegenhalten muss man leider, dass die Platte einige Songs braucht, um ihren Weg zu finden. Der Hit der Platte ist für mich eindeutig „What We Have Been“. Der Song hat alles was ein guter Metalcore-Song braucht. Das Lied wird meiner Meinung nach in höchsten 2 Jahren aus keiner Metal-Disco mehr wegzudenken sein.
Jetzt mag der geneigte Leser vielleicht zu der Frage kommen, was mir an der Platte nicht passt, wo ich doch bisher, bis auf das übliche Gemecker, nur Positives erwähnt habe…genau diese Frage stellt sich mir ehrlich gesagt auch! Vielleicht ist alles zu gut, zu sauber, zu perfekt…die Mischung zündet für mich nur bedingt. Betrachtet man jedoch den bisherigen Werdegang der Band und das Alter der Mitglieder, kann man sicher sein, dass hier noch einiges auf uns zukommt.
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