Bjørn Berge - Blackwood
von: Diana Höning
Bjørn Berges “Blackwood” ist ein Acoustic-Album mit Folk-, Blues-, Rock- and Funk-Elementen. Seine tiefe Stimme und die dynamische Gitarrentechnik sind jede Minute Hörgenuss wert.
Selten haben mich bereits die ersten Takte so umgehauen wie bei der neuen Solo-CD „Blackwood“ von Bjørn Berge. Mitreißend, virtuos, klangvoll, vielfältig, berührend. Der Norweger ist ein echter Künstler, einer, der sich auf großen Veranstaltungen wie dem Versailles Jazz Festival aber auch in Roskilde sicher auf dem musikalischen Parkett bewegt.
Wer ist dieser Mann, der mit leichten Fingern ein breit gefächertes Publikum wie Jazzer und Metalheads gleichermaßen begeistert? Seit knapp 30 Jahren macht er Musik. Berge kombiniert mehrere Genres wie Bluegrass, Rock, Jazz, Blues, Folk, Funk aber auch Metal, und drückt Coverliedern seinen eigenen musikalischen Stempel auf. Er hat eine unglaubliche Fingerfertigkeit auf Saiteninstrumenten, sein Lieblingsinstrument ist nach eigener Aussage die 12-saitige Gitarre. In der Tradition von Mississippi Delta Blues-Barde Robert Johnson spielt er mit dem Daumen auf den tiefen Seiten den Bass, und mit Zeige- und Mittelfinger gleichzeitig die Melodien und zarten Nuancen. Dazu kommt seine tiefe und angenehm markante Stimme mit Unverwechselbarkeits-Charakter!
Sein 12. Album „Blackwood“ beginnt schnell und lebhaft mit „In & Out“, sehr mitreißend mit Banjoklängen. So lebendig der Opener, so langsam und melancholisch endet die Platte mit dem letzten Track „Darkness“ und lässt den Hörer nachdenklich zurück. Dazwischen spielt Berge mit der vollen Bandbreite seiner Akustik-Fähigkeiten.
Schnellere Nummern wie „Accused“, „Those Days“und auch „Sick’n Tired“ zeigen Berges Gitarrengeschick. Die Grundmelodien sind rhythmisch dicht ausgebaut. Dagegen sind „Once Again“ und vor allem „Same old Fool“ düsterer und nachdenklich. Das rein instrumentale „Blackwood“ ist eine rhythmische Folk-Nummer: Eine einfangende, zarte Melodie, hervorragende Gitarrenarbeit, Schellenkranz und sehr gutes Arrangement erwecken trotz der Schnelligkeit eine faszinierend leichte und entspannte Stimmung. Sein Talent für Balladen beweist Berge bei „Blues for One“. Der country-esque Song ist sentimental und besitzt einen Refrain mit Ohrwurmcharakter.
„Blackwood“ bietet neun eigene Stücke plus zwei überraschende und gelungene Coverversionen: „Going to Brownsville“ (John Estes) und Joni Mitchells „Woodstock“, die Bjørn Berge im eigenen Stil interpretiert. Vor allem „Woodstock“ ist für mich eines der Beispiele, bei dem der Song durch den Cover-Artisten eine enorme Aufwertung erfährt.
Wer die Gelegenheit hat, den „Hardrockigsten aller Blueser“ live zu erleben, sollte dies auf alle Fälle tun! .
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