Brew, The - The Third Floor
von: Diana Höning
The Brew aus England spielen seit 2006 modern angehauchten 70ies Klassik-Rock
und haben sich schnell den Ruf als hervorragender Live-Act erarbeitet. Mit ihrem
dritten Studioalbum „The Third Floor“ beweist das Trio aus jungem Sänger/Gitarristen
sowie Vater & Sohn in der Rhythmik-Sektion seine musikalische Fingerfertigkeit.
Bei The Brew’s neuer Scheibe können die Gefühle beim erstem Hinhören ein wenig
zwiespältig sein. Der Musikliebhaber, der rundum innovative, individuelle Songs mit
Alleinstellungsmerkmalen erwartet, ist bei den 11 Songs plus Zusatztrack auf „The Third
Floor“ nicht richtig aufgehoben. Wer auf gut produzierte, schnörkellose Heavy Bluesrock
Nummern im Stile der 70er steht, garniert mit modernen Elementen, kann bei dieser Band
nicht mehr weghören.
Die drei britischen Musiker Tim Smith (Bass), Kurtis Smith (Schlagzeug) sowie Jason
Barwick (Vocals und Gitarre) orientieren sich nach eigener Aussage an Einflüssen wie Led
Zeppelin, den frühen Pink Floyd, Jimi Hendrix, Wolfmother, The Raconteurs, Kula Shaker
oder The Black Keys.
Die ersten Stücke „Sirens of War“ und „Six Dead“ wie auch die beiden letzten Lieder „Imogen Molly“ und „Let It Back“ spiegeln die Vorliebe der Band wider für klassischen 70er Rock. Allerdings sorgt Jason Barwick für deutlich modernen Gesang.
Jazzig ist der Einstieg bei „Reached the Sky“ und schwingt sich funkig durch. Die
Gitarrenrhythmik ist hier sehr prägnant.
Bei „See you once again“ wird es ruhiger. Die Akustik-Ballade trägt den Hörer sofort mit ihrer eingängigen Melodie. Ich habe hier einen meiner liebsten Ohrwürmer der Platte.
Die Charakteristik von „Master and The Puppeteer“ erinnert stark an Led Zeppelin. Dagegen lässt Mr Hendrix bei „The Third Floor“ wie auch bei „Piper Of Greed“ schön grüßen… liebe Leser, erinnert ihr euch an „Little Wing“? Deshalb oder gerade weil die Stücke so schön klassisch sind, finden sich hier absolute Knaller. Der Titelsong mit eingängiger Refrainlinie beschreibt laut Bassist Tim Smith ihr Leben auf Tour. „Piper of Greed“ kommt danach gesanglich angenehm rotzig daher.
Mit dem psychedelischen „Crimson Crystal Raindrops“ bewegen sich The Brew im
experimentellen Bereich ihres Könnens. Einen echten Ausflug ins Country-Gefilde
leistet „Hard Times“: Ein melancholischer Text und wunderschön herausgearbeitete
Gitarrenslides bilden einen scharfen Kontrast zu den restlichen Liedern.
Die Songs sind kompakt und kurz gehalten, recht vorhersehbar und in sich ähnlich. Ich
vermisse manchmal die Überraschungsmomente, die dem Ganzen etwas Würze verleihen.
„The Third Floor“ wurde wie sein Vorgänger „A Million Dead Stars“ von Chris West
produziert. Die Tonqualität ist demgemäß hervorragend.
Fazit: Die „unknown fear”, von der The Brew in ihrem Titellied singen, braucht der Hörer
nicht zu fürchten. Die Platte überzeugt musikalisch durch stete Qualität mit eingängigen
Gesangsparts und der Gitarre als Hauptträger im oft gehörten Stil. Ein solides Musikwerk,
das leicht gefällt und mit der die Jungs Musikgeschichte und aktuelle Elemente verbinden.
Ihre Spielfreude und Power kommen live noch sehr viel besser rüber. Hier findet der
Konzertbesucher die Wahnsinns-Energie, von der Kritiker und Fans seit der Bandgründung
schwärmen!
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