Chibuku - Novo Mundo
von: Stefan Schulze"Sieht aus wie heiße Schokolade, wird in 2 Liter Eimern serviert und ähnelt von der Konsistenz eher dünnen Haferschleim". Chibuku, das Bier aus der südafrikanischen Stadt Rustenberg. Ich weiß nicht welches Bandmitglied dieses Bier versehentlich mal probiert hat und meinte, dass der Name zu einer Band passen würde, aber vom Ekelfaktor hergesehen ist hier nichts vergleichbar. Gegründet 1992 haben sich die Musiker "Psychotic Power Rock'n'Roll" auf die Fahnen geschrieben. Insgesamt haben Markus (Vocals) Wolfram an den Drums, Bassist Roberto und Gitarrist Björn, knapp 35 Minuten Mukke ins Presswerk geliefert.
Und das beginnt bereits heftig: "The Evil" ist Horrorsound mit schnellem Slap-Bass und das Screaming-Monster (Markus) macht seinem Namen alle Ehre. Starke Dums und eher enthaltene Gitarre komplettieren den Evil-Sound, der bei der kommenen Halloween Party nicht fehlen darf. Mit "Metamorphosis" beschäftigt sich die Band dann mit einem eigentlichen Antihero, der die neuen Medien nutzt, um seine wahre Identität zu verschleiern und so sich so neu erfindet. Aber machen das Musiker nicht auch? Dient die Bühne nicht auch der Verschleierung der wahren Identität? .... Ehrlich so nen philosophischen Scheiß wollt ihr doch nicht einer Review lesen oder. Beschäftigen wir uns als lieber mit weiteren Songs, denen zum Teil nachgesagt werden kann, sich auch in Richtung Punk zu bewegen.
Und da gibt es noch den Song "Instinct", bei dem einfach alles passt. Ultraschnelles Bass-Spiel, geile Gitarre und eine Stimme, die mich dazu bewegt schnellstens den Text auswendig zu lernen, um bei nächsten Live Event mit zu Gröhlen. Topsong! Bei "The Devil Lied To Me" wird der Frontman von einer zweiten Stimme einer der anderen Musiker unterstützt. Das macht den Song interessant, der musikalisch ansonsten etwas flach daher schaut. Absoluter Fehltritt ist allerdings "Novo Mundo". Da wo die Gitarre sonst zu wenig, ist sie jetzt bestimmend. Der Song kann mich auch in Bezug auf die Stimme überhaupt nicht überzeugen. Leider genauso wie das zusammegewürfelte Instrumentengewitter bei "In The Night". Hört sich nach völlig unkoordinierter Spielweise an. "Russian Roulette" überzeugt wieder vom Gesang und auch größtenteils vom Sound, aber es gibt immer wieder Passagen wo sich die Instrumente überschlagen. Zu dem dröhnt der Bass und die Spielqualität ist dahin.
Aber "Vicous Circle" rettet die Band aus ihrem Tief und die zwei Minuten Power des darauffolgenden Songs "Blood Is Dripping" gehört wieder zu den Krachern, die das Album ausmachen. Abschließen tut das Album mit dem Song "Outta Space Moc", was eher als Experiment der Band gewertet werden dürfte.
Chibuku haben mit dem Album gehalten, was sie als Musikstil angekündigt haben...nämlich Psychotic Power Rock'n'Roll. Und gerade die erste Hälfte des Albums ist klasse. Aber leider hat die Band sich in der zweiten Hälfte so heiß gespielt, dass die Power nicht mehr zu bändigen war. Einige der Songs sind absolut "überdriftet" und überschlagen sich vor schnelligkeit. Resultat - Spielkunst hört sich völlig unkoordiniert an. Dennoch kann die Band auch anders, wie man aus den ersten Songs entnehmen kann.
Release: September 2006
<< Zurück





